Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Privatsphäre-Einstellung

Wir verwenden auf dieser Website Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind und deshalb auch nicht abgewählt werden können. Wenn Sie wissen möchten, welche Cookies das sind, finden Sie diese einzeln im Datenschutz aufgelistet. Unsere Webseite nutzt weiterhin externe Komponenten (YouTube-Videos, Google Analytics), die ebenfalls Cookies setzen. Durch das Laden externer Komponenten können Daten über Ihr Verhalten von Dritten gesammelt werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Ohne Ihre Erlaubnis kann es zu Einschränkungen bei Inhalt und Bedienung kommen. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gecheckt und geliked: Alles so schön bunt und smart und easy hier?

Eine Polemik, ein kultureller Appell wider die überschäumende Digitalisierungsparole

Norbert Fasse & Markus von Hagen

Booklet-Cover Gecheckt u. geliked

Mitschnitt einer gleichnamigen Veranstaltung der Stadt Borken

Die Audio-Collage können Sie über diesen Link auf der Video-Plattform Youtube hören.

Länge: 63 Minuten

INTRO

Hans-Heinrich Grosse Brockhoff, bis 2010 Kulturstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, hat im Jahr 2005 in einer bemerkenswerten Rede gesagt: „In einer Zeit, in der an einem Tag auf uns mehr Bilder, Zeichen, Töne, Informationen einstürmen, als noch vor 200 oder 150 Jahren auf einen durchschnittlichen Bürger in seiner ganzen Lebensspanne, hat die Einübung unserer Wahrnehmungsfähigkeiten in keiner Weise mitgehalten mit dieser Beanspruchung, mit diesem Boom, so dass wir Probleme haben, heute selbstbestimmt wahrzunehmen und nicht fremdbestimmt durch die Medien zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen.“

Diese Diagnose ist mehr als 15 Jahre her, der medial-digitale Overkill hat sich seither nochmals potenziert, ein Innehalten ist nicht in Sicht. Wir mutieren mehr und mehr zum Homo faber digitalis, commercialis et infantilis, muss man als gelernter Lateiner und halbwegs vernunftbegabter Mensch fürchten. Wir sollten daher – bildhaft ausgedrückt – endlich mal Wasser in den digitalen Schaumwein gießen, damit wir noch halbwegs nüchtern bleiben.

Es gilt, die großen Vorzüge des Digitalen vor seinen penetranten Kommerzialisierern und Banalisierern im Netz und in den Medien zu schützen und uns gegen eine beständige Emotionalisierung, Gam(e)ifizierung und „Erregungsbewirtschaftung“ abzugrenzen. Dass es sich nicht nur um neue Herausforderungen handelt, macht Markus von Hagen mit Einwürfen von Kurt Tucholsky und Otto Pankok deutlich. Daneben lässt er den Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, die Schriftsteller Umberto Eco und Friedrich Christian Delius, den Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und die Historikerin und Geschichtsdidaktikerin Jeannette van Laak zu Wort kommen.

  • Skript: Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)
  • Einleitung und Mitwirkung: Dr. Tanja Panke-Schneider (VHS Borken)
  • Audio-Aufnahme und Bearbeitung: Christof Kempe (MLT Music Light Transfer, Rhede).

Eine Produktion von Volkshochschule und Stadtarchiv Borken, April 2021 (Länge: 63 min.),
im Rahmen der Reihe Geschichte ist mehr …, veranstaltet von Stadtarchiv, Volkshochschule und Heimatverein Borken sowie dem FARB – Forum Altes Rathaus Borken

TEXTE UND ZITATE

  • Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke, hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky u. Fritz J. Raddatz, Reinbek 1960, Lizenzausg. der Büchergilde Gutenberg 1972, 3 Bde., Bd. I (1907-1924), S. 1200-1205 (Der Geist von 1914) und Bd. II (1925-1928).
  • Otto Pankok, Aprilpredigt, in: Das Junge Rheinland, Heft 7, Düsseldorf, April 1922, S. 33f; ders., Stern und Blume. Nachdruck des vom Freihochschulbund Düsseldorf 1930 hrsg. u. verlegten Textes, hrsg. vom Städtischen Museum Mülheim an der Ruhr, Mülheim a. d. R. 1987, S. 25.
  • Hans Heinrich Grosse Brockhoff, Kulturpolitik in NRW. Rede anlässlich des Festaktes 25 Jahre Kultursekretariat NRW Gütersloh am 6. Sept 2005 in der Gütersloher Stadthalle (verschriftlichter Mitschnitt), veröffentlicht auf www.kultur.nrw.de/de/kulturpolitik_in_nrw.html, Download vom 5.12.2005.
  • Ranga Yogeshwar, Nächste Ausfahrt Zukunft. Geschichten aus einer Welt im Wandel, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2017, 10. Aufl. 2018, Kapitel Lügenpresse! Die Zukunft der Information, S. 293-303.
  • Umberto Eco, Platon im Striptease-Lokal, München 1993, zitiert nach R. Yogeshwar, Nächste Ausfahrt Zukunft, S. 296.
  • Friedrich Christian Delius, Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich, Roman, Rowohlt-Berlin-Verlag, Berlin 2019.
  • Bernhard Pörksen, Interview mit dem Titel „Wir sind auf dem Weg zur Empörungsdemokratie“ in der Neuen Zürcher Zeitung, Online-Ausgabe vom 15. Febr. 2018 (Zugriff vom 8. Apr. 2021)
  • Jeannette van Laak in: „Wenn Schüler provozieren …“. Rechte Populisten deuten die Geschichte um. Was lässt sich dagegen tun? Fragen an das Historiker-Ehepaar Dirk und Jeannette van Laak, in: Die Zeit Nr. 7 vom 9. Februar 2017, S. 59f.

KONTAKT & INFORMATION

Markus von Hagen (Rezitator und Kabarettist, Kunsthistoriker und gelernter Philosoph):
www.markusvonhagen.de

Volkshochschule Borken
Dr. Tanja-Panke Schneider (Fachbereichsleiterin Kulturelle Bildung)
Fon: 02861 / 939 234
Mail: tanja.panke-schneider@borken.de

Stadtarchiv Borken
Dr. Norbert Fasse
Fon: 02861 / 939 217
Mail: norbert.fasse@borken.de